Likedeeler

Eric Claptons Freunde doch aller Menschen Feinde

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Das Schaf

E-Mail Drucken PDF

  Text und Musik von HOLZ


Denkt euch nur, wen ich gestern traf

Ich hatte es lange nicht gesehen, das verlorene Schaf

Es stand einsam und verlassen im Parkhaus auf der fünften Ebene

Ich war so freudig überrascht, wähnte ich es schon nicht mehr unter den Lebenden

Kein Wunder, denn das Letzte was ich von ihm hörte war nicht so schön

Denn es hieß, es wäre depressiv und würde klauen gehen.

Und das nicht aus purer Not, nein, nein, aus Langeweile

Es geriet in die falschen Kreise und öfters gab es Keile

Oft lief es kahlgeschoren rum in der Szene

War völlig unreflektiert und schob alles auf die Gene

Seine Eltern grasten friedlich und ruhig auf ihrem Deich

Oben an der Nordsee, waren nicht arm, nicht reich

Sie waren genügsam, freundlich, nicht nachtragend

Einfache Schafe eben, durchschnittlich schlau und nicht überragend


Ja hier sind seine Wurzeln und hier wurde es geboren

Hier hat es geliebt, gelacht, hier wurde es verloren


Wir gingen aus dem Parkhaus raus und ein bisschen durch die Stadt

Es zeigte mir die Plätze an denen es geschlafen hat

Erzählte mir Geschichten vom alternativen Leben

Und fügte dann hinzu, das würde ihm nichts mehr geben

Es ging ja nur um cool sein und Szeneklamotten

So oberflächlich (MÄH!), es würde nicht mehr rocken

In den üblichen Vierteln ist Widerstand doch nur ein Wort

Das Schaf regt sich auf und mäht in einem fort

Wenn es doch bloß einen Ausweg für sich wüsste

Vielleicht zurück nach Haus, an die Nordseeküste


Denn dort seine Wurzeln, dort wurde es geboren

Geliebt und gezweifelt, dort wurde es verloren


Als wir uns trennen wollten, da seufzte das Schaf

Ich wünschte ihm ne Antwort und einen ruhigen Schlaf

Es zögerte und dachte nach und es hatte wohl genug

Und sagte: „Machs mal gut, ich nehm den nächsten Zug.“

Wohin hat es mir nicht gesagt und jetzt bin ich gespannt

Ist es angekommen oder ist es weggerannt


Zurück zu seinen Wurzeln , wo es verloren ging

Wo die Sehnsucht stets an den hohen Bäumen hing

Zurück zu den Wurzeln oder auf ganz neue Weiden

Ich wünsch ihm nur das Beste beim Entscheiden.


 

 

 

Download >