an bóthar bei de Likedeelers

Eric Claptons Freunde doch aller Menschen Feinde

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Zappanale 20, die zweite - Bericht

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Der Ort des Geschehens liegt etwas außerhalb von Bad Doberan. Begrenzt von der lokalen Dampflokomotivenstrecke, der sogenannten Molli, auf der einen Seite, von Wiesen und Weiden auf den anderen. Das so abgesteckte Terrain ist umgeben von Verköstigungszelten, natürlich gibt es auch Devotionalien und Bild- bzw. Tonträger. Sogar Kleidung...Seltsam.

An einem Ende steht eine kleine Bühne von der Größe eines Lastwagens. Gegenüber am anderen Ende eine große, wie wir sie in Hamburg beispielsweise vom Hafengeburtstag kennen. Die auf der großen Bühne angekündigten Formationen sind namhafter als die aus dem Programm für die kleine. Es wechseln sich reihenweise musikalische Weggefährten Frank Zappas ab. Häufig wird eines derselben gedacht. Der Schlagzeuger der ersten Mothers Of Invention Formation Jimmy Carl Black (I'm the Indian of the Band") ist im November 2008 verstorben. Im Programmheft steht die Anekdote, wie in seinem Kinderhaus die US-amerikanischen Atombombentests die Scheiben zum bersten gebracht haben. Aber lest über solche menschenverachtende Widerlichkeiten an anderen Stellen.

Das Konzept, dass auf der kleinen Bühne immer in den Umbaupausen auf der großen Bühne gespielt wird, geht gut auf. Es ist also möglich, vom ersten Ton des Tages bis spät in den Abend musikalischen Darbietungen fast ununterbrochen beizuwohnen. Aufgrund der Größe des Areals und der angenehm moderaten Lautstärke ist es jedoch auch möglich, sich ihnen zu entziehen. Verpflegung ist jederzeit in großer Auswahl und zu keineswegs übertriebenen Preisen erstehbar.

Besonders liegt mir am Herzen, den Umgang mit Kindern hervorzuheben. Eintrittsgeld wurde erst für mindestens Sechzehnjährige erhoben. Für jüngere Kinder gab es ein Kinderzelt. Dort standen kleinen Zappafreunden und -freundinnen ("Baby Snakes") zahllose Spielzeuge zur Verfügung. Eine ganze Reihe von Betreuerinnen und Betreuern, die uns mit ihrer Freundlichkeit und ihren Kompetenzen übberraschten, beschäftigte sich rührend mit den Kleinen. Nebenbei wurde der Nachwuchs dort ohne Aufpreis verpflegt und geschminkt und trug noch Spielzeug (z.B. Seifenblasen) nach hause und das selbst bemalte T-Shirt. (In dem Zuge wurde bei uns übrigens "The Yellow Shark" aus künstlerischen Gründen blau gestaltet.)

Und auch zum leidig-lästigen Thema Drogen gibt es Positives zu berichten. Als ich einmal das Pech hatte, neben einem Raucher zu stehen, fiel mir auf, wie wenig insgesamt geraucht wurde. Schnapsleichen sind mir erst gar keine begegnet. Nach duzenden Hafengeburtstagen etc. fehlte mir die Fantasie, mir vorzustellen, dass es sowas noch geben könnte.

Alles in Allem handelte es sich bei der Zappanale 20 um eine sympatische, runde Veranstaltung. an bóthar ist im nächsten Jahr wieder dabei; das Urlaubsdomizil ist bereits gebucht. Und wer weiß: irgendwann dürfen wir vielleicht auch mal auf die Bühne?

:-)