Christall bei de Likedeelers

Eric Claptons Freunde doch aller Menschen Feinde

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CHRISTALL - Fortsetzung

Christall bei der Arbeit

 

Christall in Kurzform:

-   Christall ist: Christiane Seebach
-    geboren am 4. März 1969 in Halle/Saale
-    wohnt seit 07. Juli 2007 in Hamburg
-    spielt am allerliebsten: LowWhistle, windcontroller, Tenor- und Bassflöte, Dudelsäcke, Gemshörner, Schalmeien, Drehleier und Krummhorn und singt
-    Musikrichtungen: Klassik, Irish Folk, Mittelalter und (endlich) Zappaeskes

 

 

 

Was sich bis Juni 2013 noch so ereignete:

Es ist an der Zeit, den musikalischen Lebenslauf etwas zu aktualisieren. Es haben sich nämlich großartige Dinge ereignet.

Alles begann vor einem dreiviertel Jahr. Ich sah bei meinem Nachbarn Chrischi fern - und hörte ein mir sehr bekanntes Lied. Es war ein Lied meines Lieblings-1A-Sängers Wolfgang Holz. Aber der im Fernseher, das war nicht Holz. Er sang nur dessen Lied mit leicht verändertem Text (ca. jedes 7. Wort war anders, ja, der kannte sich gut aus mit Ideenklau) und mit anderer seichter Melodie. Und da fiel es mir ein, ja, der berühmte Typ dort im Fernsehen, den hatte ich schon gesehen und zwar bei einem Konzert von Holz' Band Kurzwelle. Da spielten sie dieses Lied auch. Und ich sah diesen berühmten Typen an der Bar sitzen (den Hut tief ins Gesicht gezogen) und mitschreiben.

Ich rief sofort Holz an, und tatsächlich: es schien wirklich ein riesiger Zufall zu sein, wenn dieser Typ das Lied nicht geklaut und umgeschrieben hätte! Aber dagegen kommt man als kleiner Sänger nicht an. Selbst der eingeschaltete Musikanwalt sagte, dass der Klau auf der Hand läge, es jedoch sehr schwierig sei, dieses zu beweisen.

Also schrieb ich ein Lied. Es hieß: "Alles Roger, oder was?" und ich spielte es vor einem Auftritt von Holz. Das Lied kam super an und Malte Tagträumer besorgte mir einen Auftritt in der Gema-nach-Hause-Show. Dafür brauchte ich 6 Lieder und ich schrieb und schrieb (so etwas geht nachts um 2 mit Rotwein am besten, allerdings nur an Samstagen). Bei Gema-nach-Hause traf ich Armin Sengbusch und er besorgte mir einen Auftritt bei den Feuerbrüdern mit Viktor Hacker und Carsten Pape.

Ich dachte, dass ich nur mit Liedern da nicht so gut ankäme, bei diesen großartigen Künstlern und gründete (an einem Samstag in der Nacht um 2 und rotweinbeseelt) die PDUTIB - Partei der unterdrückten, trotzdem intelligenten Blondinen.

Ich nahm an einigen Slams teil und hatte immer großen Erfolg. Meine Lieder kamen an, unfassbar für mich! Nun fragte ich verschüchtert befreundete Musiker, ob ich mal im Vorprogramm spielen dürfte, um weiter zu testen. Leider nahmen die mich nicht besonders ernst - und deshalb wurde ich zornig (eher auf mich) und schrieb in kürzester Zeit ein Comedy-Programm mit musikalischen Einlagen: "PDUTIB präsentiert H2O2".

Was soll ich sagen? Die Premiere im voll besetzen Mojo in Halle/S. war ein durchschlagender Erfolg! Ich bekam gleich 5 Auftritte angeboten! Nicht zu fassen. Ich bin glücklich. Sehen wir, was da noch kommt.

 

 

Christall in Langform (bis September 2009):

Die 20. Zappanale ist gerade mal einige Wochen her - und schon hat sie eine wundervolle Veränderung in mein Leben gebracht. Etwas großmäulig spreche ich heute von meinem persönlichen musikalischen "Picasso-Schritt".
Wir waren im August 09 im Urlaub in Börgerende und nach der Zappanale konnte ich an nichts anderes mehr denken. Irgendwann traute ich mich dann doch, Stoni zu beichten: "Ich möchte auch solche Musik machen!" Und als hätte er jahrelang darauf gewartet, holte er sofort seine Gitarre heraus und spielte großartige zappaeske Eigenkompositionen darauf. Auch ich holte meine Instrumente und versuchte, etwas dazu zu improvisieren.
Das war es: "Tante Tofu" war geboren. Seitdem läuft (fast) alles wie geschmiert. Die Ideen schießen wie wild aus meinem Kopf und ich weiß: Das wird ein Riesending!

ZAPPA:
Dabei sah es vor Jahren noch völlig anders aus. Ich hörte damals Zappa zum ersten Mal erst kurz nach der Wende. Jonas spielte mir ausgerechnet: "The Torture Never Stops" von der "Zoot Allures" vor. Ich war fasziniert - so geile Musik kannte ich bis dahin höchstens noch von Johann Sebastian Bach oder William Byrd (meinen beiden Lieblingskomponisten).
Zu dieser Zeit erhielt ich klassischen Gesangsunterricht bei Käthe Röschke, spielte (noch) Tenorflöte in der Kirche und gründete meine erste Gruppe "Orendel", welche auf halbwegs historischen Instrumenten moderne Musik adaptierte - alles Gründe, welche einige Bekannte (und angeblich die einzig "wahren" Zappa-Fans) dazu veranlasste, folgende Äußerung zu tätigen: "Was du??? Du hast doch keine Ahnung von Zappa- Musik! Mach mal lieber weiter deine Klassik da." (Oder vielleicht auch: "Geh in deine Kammer zurück und schäm dich."). Und so ging ich in meine Kammer und hörte mir jahrelang verschämt und heimlich Zappa an. (Heute erst weiß ich, dass Zappa und Klassik eine wunderbare Symbiose bilden. Außerdem weiß ich auch, dass diese Bekannte Idioten waren und ich erst recht, weil ich ihnen glaubte).

KINDHEIT:
Geboren zu tiefsten Ostzeiten, bemerkte ich schon bald, dass etwas in meiner Wahrnehmung nicht stimmte. Bevor ich Töne hören konnte, sah ich sie: a-Moll kam blau, C-Dur gelb daher und Dissonanzen zauberten ein grausiges schwarz-weißes Karomuster, durchsetzt mit schmerzhaften Nadelstichen, auf meine Netzhaut. Vorsichtshalber hielt ich jahrelang diese Wahrnehmungsstörung geheim, heute weiß ich, dass ich eine Synästhetikerin bin.
Meine Mutter sang sehr gern, sehr viel und oft auch ziemlich falsch (sorry, Mama). Sie hat die furchtbare Gabe (dieses empfand ich jedenfalls als Kind so, heute würde ich eher "faszinierend" dazu sagen), ein Lied niemals in der Tonhöhe zu beenden, in welcher sie es begonnen hatte. Unmerklich singt sie jeden Ton etwas tiefer als den vorherigen, ja sie singt sogar in Achteltonschritten.
Wenn wir im Wald spazieren waren und das Lied sehr lang war, kam sie über eine Oktave tiefer an als sie begonnen hatte (oh welch schreckliche Bilder ergab das auf meiner Netzhaut) und empfand dieses auch als völlig richtig. Auch ihr Gehör unterschied sich deutlich von meinem: Während meine Mutter ein Werk als Ganzes wahrnehmen konnte, war ich dazu "verdonnert", jede einzelne Stimme heraushören zu müssen.
Mama und ich sangen im Kirchenchor. Das brachte uns extrem viel Ärger ein. Außer häufigen Stasi-Besuchen wurde mir (z. B. von verschiedenen Lehrern) auch jede musikalische Zukunft verbaut. Irgendwie bekamen wir noch nicht einmal eine Blockflöte zu kaufen, darunter litt ich wirklich furchtbar. Also fing ich an, Instrumente zu bauen. Inspiriert vom Eierschneider sollte mein erstes Instrument eine Art Waldzither sein. Dazu musste der Holzbaukasten meines Bruders dran glauben, im Angelladen kaufte ich Angelsehne (was die Angler sehr verärgerte), dann versuchte ich die Sehnen mit Holzschrauben irgendwie stimmbar in den Kasten einzubringen - doch es klappte nicht wirklich. Auch der Versuch, das Gleiche mit Hilfe einer alten Klobrille zu bauen, ging gründlich schief. Aber wenigstens erkannte ich, dass a) Holzschrauben Hartplastik zum Splittern bringen und b) für einen halbwegs lauten Klang ein Resonanzraum vorhanden sein muss.

SCHULE:
In der Grundschule lief es anfangs ja noch ganz gut mit mir und der Musik. Meine erste Musiklehrerin erkannte mein musikalisches Talent und ich durfte im Chor mitsingen. Dort hielten nur wenige Kinder die Stimme und so musste ich immer heimlich hinten rumrennen und die Leute in ihrer ersten, zweiten und dritten Stimme unterstützen. Dass ich ständig hören musste, wer mal wieder rauskam und schnell die Stimme wechseln musste, machte mir nichts auch, wohl aber, dass man mich dadurch bei Auftritten nicht sah.
In der 4. Klasse war das Chorglück zu Ende. Wir bekamen eine neue Musiklehrerin und diese steckte mich in den FDJ-Kampfliederchor (und die sangen auch noch einstimmig). Ich wollte raus, durfte aber nicht, bis mir meine Mutter den Tipp gab, das mit dem Kirchenchor zu erzählen. Oh Wunder, ich durfte sofort gehen. Doch die Rache dieser Frau war schrecklich. Bis zur zehnten Klasse ärgerte sie mich und machte mich bewusst fertig. Sie machte mich sogar noch zusätzlich unbewusst fertig, indem sie bei Liedbegleitungen falsch spielte und mir fürchterliche Netzhautbilder verschuf.